Wenn der Chef an seine radelnden Mitarbeiter denkt

Wettbewerb: Karlsruhe sucht den fahrradfreundlichsten Arbeitgeber

Mir macht es einfach Spaß, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, meint Ursula Leiendecker, die täglich zu ihrer Arbeitsstelle in einer Durlacher Bäckerei radelt und damit auch gleich etwas für ihre Gesundheit tut. Und Kurt David vom Institut für Maschinentechnik der Universität Karlsruhe fährt Rad, weil ich dann auf dem Heimweg den Arbeitstag so schön sacken lassen kann. Nicht alle sehen das so: Nur etwa neun Prozent aller Wege zur Arbeit werden mit dem Rad zurückgelegt, obwohl das Fahrrad in der Stadt bis zu einer Entfernung von fünf Kilometer das schnellste Verkehrsmittel ist. Grund für die Stadt in Zusammenarbeit mit AOK, ADFC, IHK und der Firma Paul Lange den Wettbewerb Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe 2008 auszuloben.

Bewerben können sich Arbeitgeber, die für ihre Beschäftigten Maßnahmen zur Förderung des Radfahrens ergriffen haben oder ergreifen werden. Zu gewinnen gibt es neben der Siegerplakette ein an der Hochschule für Gestaltung entworfenes Vermarktungskonzept des Titels Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe. Radelnde Arbeitnehmer können an einer Verlosung teilnehmen mit der Chance, ein hochwertiges Rad zu gewinnen.

Dass Ideen sehr unterschiedlich sein können, weiß das Stadtplanungsamt aus Gesprächen mit am Wettbewerb interessierten Unternehmen: So plant ein Betrieb, den Mitarbeitern künftig überdachte Radabstellanlagen zu bieten, ein anderer Arbeitgeber will im Wettbewerb mit einem kostenlosen Fahrradcheck für die Beschäftigten punkten. Eine Idee könnte sein, Werksräder auch für die Fahrt von und zur Arbeit zur Verfügung zu stellen, schließlich stellen manche Firmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Dienstautos zur privaten Nutzung zur Verfügung. Vergünstige Jahreskarten für die Fahrradstation am Hauptbahnhof wären ebenso denkbar wie eine Kooperation mit Call-a-Bike. Gerne berät das Stadtplanungsamt zur Radverkehrsförderung im Betrieb (Telefonnummer: 0721/133-6101). Auch kleine Maßnahmen können manchmal große Effekte erzielen. Es muss ja nicht gleich die Aktion von Holger Meyer, Vertriebsdirektor von Google Deutschland, sein, der 2007 für bundesweites Aufsehen sorgte, weil er insgesamt rund 2 500 Fahrräder kostenlos an alle Google-Mitarbeiter in Europa verteilen ließ. Dafür wurde er im Rahmen eines vergleichbaren, bundesweiten Wettbewerbs als Fahrradfreundlichste Persönlichkeit ausgezeichnet.

Bewerbungen nimmt das Stadtplanungsamt bis zum 25. Juli (stpla@karlsruhe.de, Stichwort: Fahrradfreundlichster Arbeitgeber) entgegen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.karlsruhe.de/radverkehr.

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