Frühe Hilfen und Kinderschutz im Landkreis Karlsruhe Fachveranstaltung am 9. April 2008
By admin | März 31st, 2008 | Category: Landratsamt | 2 commentsKreis Karlsruhe. In den letzten Jahren wurde die Öffentlichkeit wie auch die Fachöffentlichkeit durch Berichte von Todesfällen von Kindern nach schwerer Vernachlässigung aufgeschreckt. Der Blick für Kinder, die in Familien mit hohen psychosozialen Belastungen aufwachsen, ist geschärft worden. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung den Aufbau sozialer Frühwarnsysteme und die Förderung früher Hilfen für gefährdete Kinder verstärkt. Im Landkreis Karlsruhe hat es keinen Gefährdungsfall mit Todesfolge gegeben. Dennoch sind im Jahr 2007 262 Gefährdungsmeldungen beim Jugendamt im Landratsamt Karlsruhe eingegangen. Der Allgemeine soziale Dienst im Jugendamt prüft die Hinweise individuell und musste im Jahr 2007 33 Kinder durch eine sogenannte Inobhutnahme schützen. Davon waren zehn Kinder jünger als zehn Jahre. “Eine Inobhutnahme ist eher die Ausnahme. Uns ist es wichtig, gemeinsam mit den Eltern nach Lösungen zu suchen. In den meisten Fällen gelingt es in Absprache mit den Eltern, geeignete Erziehungshilfen wie z.B. den Einsatz einer sozialpädagogische Familienhilfe zu installieren”, berichtet Sozialdezernent Peter Kappes. Kleine Kinder seien besonders verletzlich und schutzbedürftig. Um Familien in risikobelastenden Lebenssituationen früher zu erreichen, verstärkt das Jugendamt im Landratsamt Karlsruhe seine Aktivitäten in diesem Bereich. Vier Fachfrauen bilden das Team “Frühe Hilfen”. Diese Hilfe richtet sich an Schwangere, Alleinerziehende und Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern. “Durch dieses Angebot soll die Lücke zwischen Hebamme und Kindergarten geschlossen werden. Eltern sind im Zeitraum rund um die Geburt für Hilfen besonders offen”, erläutert die Leiterin der Sozialen Dienste, Monika Schneider. Die Fachfrauen führen Hausbesuche durch, bieten in den Landkreisgemeinden Sprechstunden und spezielle Elternkurse wie beispielsweise “Die Sprache des Baby verstehen”. Durch die “Frühen Hilfen” werden Entwicklungsrisiken rechtzeitig erkannt und Hilfen früher vermittelt. Die “Frühe Hilfen” sollen künftig auch Brücken zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitssystem schlagen. “Mit der Einstellung einer Hebamme im Gesundheitsamt möchten wir neue Zugänge zu sozial benachteiligten Familien erschließen”, erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Karlsruhe, Dr. Peter Friebel. Die Hebamme Claudia Müller wird ab Mai 2008 Schwangere und Eltern mit Säuglingen bis zum ersten Lebensjahr beraten. Hebammen haben in ihrer Arbeit rund um die Geburt einen Vertrauensvorschuss. Durch ihre Tätigkeit haben sie einen besonders intimen Zugang zu Müttern. So kann sich das notwendige Vertrauen entwickeln, um über Erziehungsüberforderungen sowie andere Belastungen wie zum Beispiel Ehekonflikte, finanzielle Schwierigkeiten zu reden und Lösungen zu finden. Die Kontaktaufnahme soll über die Frauenärzte, Geburtskliniken, Kinderärzte und Hebammen oder die Familie selbst erfolgen. “Die Kooperation zwischen den Fachkräften der Geburtshilfe, den Kinderärzten und dem Fachteam Frühe Hilfen steckt noch in den Anfängen. Hier wollen wir die Kooperation durch verstärkten Austausch fördern. Der Auftakt dafür ist unsere Fachveranstaltung “Bewegende Zeiten Frühe Hilfen und Kinderschutz im Landkreis Karlsruhe” am 9. April,” teilt Dr. Peter Friebel mit. Landrat Dr. Schnaudigel wird um 14 Uhr zahlreiche Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen und politische Entscheidungsträger begrüßen. Im Hauptvortrag berichtet die Dipl. Psychologin Alexandra Sann, wissenschaftliche Referentin des Deutschen Jugendinstitutes, über bundesweite Erfahrungen im Bereich Frühe Hilfen und soziale Frühwarnsysteme. Anschließend werden die derzeitigen Aktivitäten des Jugend- und Gesundheitsamtes im Landkreis Karlsruhe und Erfahrungen aus der Kinderschutzpraxis vorgestellt. Der Erste Landesbeamte Ralph Schlusche gibt abschließend einen Ausblick über die zukünftige Ausgestaltung der “Frühen Hilfen”. Ziel der Veranstaltung ist der fachliche Austausch und die Intensivierung bisheriger Kooperationen zwischen dem Gesundheitssystem und der Jugendhilfe. Denn der Erfolg einzelner Maßnahmen hängt deutlich vom Grad der Einbindung in ein lokales Kooperationsnetzwerk ab. Nähere Informationen gibt es bei Monika Schneider unter Tel. 0721/936-7708. Hilfreiche Internetadresse:www.fruehehilfen.de, www.dji.de.
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Guten Tag Frau Schneider !
In der Zeitung las ich von der Fachveranstaltung : frühe Hilfen und Kinder-
schutz am 9.April 2008 in Karlsruhe.
Ich bin Ausgebildete Erzieherin und bin an diesem Thema interessiert.
Ist es für mich auch möglich daran teilzunehmen?
Wenn ja, senden sie mir dann genauere Informationen zu ?
Ich freue mich sehr auf eine Antwort !
Es grüßt
A.Leitner
Vorsicht “Kinderklau”=staatlicher Kinderhandel.
Bitte unter “Kinderklau” googeln. Da verschlägt es Ihnen die Sprache…